Serienschadenklausel

Eine Ursache, viele Geschädigte

Zwanzig Ansprüche, eine Deckungssumme.

Die Serienschadenklausel steht in fast jeder Vermögensschaden- und Berufshaftpflicht und in jeder D&O. Sie fasst mehrere Pflichtverletzungen, die auf derselben Ursache beruhen, zu einem Versicherungsfall zusammen. Das klingt technisch – es entscheidet aber darüber, ob Ihre Versicherungssumme reicht.

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Was zusammengefasst wird

Mehrere Verstöße aus derselben Ursache: ein fehlerhaftes Berechnungsblatt, das in zwanzig Gutachten einfließt. Eine falsche Vertragsvorlage, die hundertfach verwendet wird. Ein Fehler im Organisationshandbuch.

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Was daraus folgt

Alle Ansprüche zusammen zehren an einer Deckungssumme – nicht an zwanzig. Bei 500.000 € Summe und zwanzig Geschädigten bleiben rechnerisch 25.000 € pro Fall.

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Der zweite Effekt

Der Selbstbehalt fällt nur einmal an, und der gesamte Komplex wird dem Versicherungsjahr des ersten Verstoßes zugerechnet. Bei einem Versichererwechsel ist das entscheidend.

Schadenbeispiel

Wenn ein Rechenfehler zwanzigmal wirkt.

Ingenieurbüro, TragwerksplanungSumme reicht nicht

Ein fehlerhafter Ansatz in einer Vorlage fließt über zwei Jahre in vierzehn Projekte ein. Alle Ansprüche gelten als ein Versicherungsfall – die vereinbarten 500.000 € verteilen sich auf alle vierzehn Bauvorhaben.

Typischer Fall, keine Mandantenakte
Steuerberatung, MandantenrundschreibenSumme reicht nicht

Eine falsche Auskunft zu einer Frist geht an den gesamten Mandantenstamm. Jeder Mandant hat einen eigenen Schaden – versicherungsrechtlich ist es ein einziger Fall.

Typischer Fall, keine Mandantenakte
Der Bedingungstext

Wo die Klauseln auseinandergehen.

Ganz vermeiden lässt sich die Serienschadenklausel nicht. Sie lässt sich aber entschärfen – an drei Stellen.

Worauf es ankommtSchwacher TextBelastbarer Text
Definition der Ursacheweit: „gleichartige Ursache“eng: „dieselbe Ursache“ mit innerem Zusammenhang
Zeitliche Begrenzung der Serieunbegrenzt rückwirkendauf definierte Jahre begrenzt
Maximierung im Versicherungsjahreinfach maximiertzwei- oder dreifach maximiert
Zurechnung bei Versichererwechselnicht geregeltausdrücklich zum ersten Verstoß

Die wirksamste Gegenmaßnahme ist nicht die Klausel selbst, sondern eine Deckungssumme, die für eine Serie ausgelegt ist – und eine Mehrfachmaximierung im Jahr.

Zum Mitnehmen

Fünf Rechnungen, die Sie einmal machen sollten.

Die Serienschadenklausel wirkt nur zusammen mit Ihrer Versicherungssumme. Beides gehört gemeinsam betrachtet.

Wie viele Kunden bekommen dieselbe Leistung? Vorlagen, Rundschreiben und Standardgutachten sind Serienrisiken.
Was wäre der Schaden je Kunde – mal deren Zahl? Diese Summe, nicht der Einzelschaden, ist der Maßstab.
Wie oft ist Ihre Summe im Jahr maximiert? Einfache Maximierung heißt: nach einer Serie ist das Jahr aufgebraucht.
Steht eine zeitliche Begrenzung der Serie drin? Ohne sie reicht eine Serie beliebig weit zurück.
Beim Wechsel: Wem wird die Serie zugerechnet? Dem alten oder dem neuen Versicherer – das gehört vorher geklärt.
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Ist Ihre Summe für eine Serie gebaut?

Wir rechnen das mit Ihnen durch – nicht am Einzelschaden, sondern an der Zahl der Kunden, die dieselbe Leistung bekommen.

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